Zusammengestellt vom Ortsheimatpfleger Arnold Plesse.
Bearbeitungsstand: 05.05.2004
Zurück zur Startseite

50 Jahre DRK-Ortsverein Lunestedt und Umgebung



Auch Herzmassage im Programm - Lunestedter lernten beim DRK Erste Hilfe / 1998



Lunestedt (am). "Es gibt bei Erster Hilfe keine Musterlösung." Das war das erste, was Thorsten von Glahn, Ausbilder beim Kreisverband Wesermünde des Deutschen Roten Kreuzes, seinen Schülern erzählte. Mitglieder und Nichtmitglieder des DRK waren am Wochenende zusammengekommen, um in der Lunestedter Grundschule ihre Kenntnisse in Erster Hilfe aufzufrischen.
Und dabei gab es allerlei zu lernen. Was ist wie zu verbinden? Wie stillt man eine lebensgefährfliche Blutung? Wie gibt man richtig Atemspende? Das waren nur einige der Fragen, die von Glabn den angehenden Ersthelfern in Theorie und Praxis beantwortete.
"Auch Herz-Lungen-Wiederbelebung gehört dazu." Auch als Herzmassage bekannt, kann diese lebensrettende Maßnahme, von inkompetenten Händen ausgeführt, viel Schaden anrichten, aber: "Deswegen machen wir das ja hier. Die können das jetzt alle" freut sich von Glahn. "Die Übungen dafür an der Modellpuppe waren das Aufregendste", sind sich dann auch alle einig.
Aber zunächst standen viel einfachere und grundsätzlichere Dinge als die hohe Schule der Lebensrettung auf dem Kursprogramm. "Welches sind die einzigen Situationen in denen ein Unfallopfer zu trinken bekommen darf, fragte der Ausbilder seine Schüler. Nur bei Unterkühlungen und Vergiftungen darf, ja, muß das Opfer trinken. Warmer Tee hilft dann, den Körper wieder aufzuwärmen, Wasser kann das eingenommene Gift verdünnen.
Nun hat man aber weder das eine noch das andere ständig in der Plastiktüte dabei, also: "Gerade in der Ersten Hilfe muß man schnell selbst entscheiden, was jetzt am wichtigsten ist." Ein Verletzter mitten in der Heide zwischen Lunestedt und Düring? Ansprechbarkeit überprüfen, bei Bewußtlosigkeit auch Atmung und Puls und dann entscheiden: Bleibe ich bei ihm und warte auf eine zweite Person, die den Notruf absetzt, oder bringe ich ihn in eine stabile Lage und suche selbst so schnell wie möglich das nächste Telefon? Die Verantwortung dafür liegt allein beim Ersthelfer. "In der Ersten Hilfe gibt es keine Musterlösungen."
Vor der Verantwortung, die ein Ersthelfer hat, haben die Teilnehmer des DRK-Kurses jetzt keine Angst mehr. "Jetzt haben wir es ja gelernt", sind sich alle einig. Und selbst wer nicht selbst mit anpacken mag, wenn ein Verletzter an der Straße lieqt, sei es, weil er nicht genau weiß, wie oder auch nur weil er kein Blut sehen kann, kann und muß helfen, betont von Glahn. "Sonst ist das unterlassene Hilfeleistung." Und auch vor Fehlern muß diese Person keine Angst haben. "Es reicht, den Notruf richtig abzusetzen." Wo ist der Unfallort? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte gibt es? Wie viele Zustände erfordern ärztliche Behandlung an Ort und Stelle? Wer macht die Meldung? Mehr braucht die Rettungsleitzentrale nicht zu wissen, um Hilfe zu schicken.
Aber wer selber helfen kann, der leistet dem Verletzten noch größere Hilfe.
siehe: Artikel im Bremervörder Anzeiger im Mai 1998